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Schnullerentwöhnung / Daumenentwöhnung

Schnullerentwöhnung / Daumenentwöhnung

Ab jetzt ist Schluß mit Nuckeln!

Saugen ist ein für Babys angeborener Reflex, der ihnen das Überleben sichert. Nuckeln wirkt daher beruhigend auf Ihr Baby und beschäftigt es zugleich. Babies dürfen saugen!Schnullerentwöhnung

Kinder sollten nicht länger als bis zum 2. Lebensjahr am Schnuller oder am Daumen nuckeln. Ein günstiger Zeitpunkt Ihrem Kind das Nuckeln abzugewöhnen ist mit etwa 9 Monaten. Denn dann wechselt Ihr Kind von der „Saugphase" in die "Kauphase". Ihr Kind findet es toll z. B. an einem Stück Brot herum zu beißen und zu kauen. In dieser Umstellungsphase ist ein verschwundener Schnuller schnell vergessen, da viele neue, aufregende Eindrücke auf Ihr Kind warten. In der Regel brauchen die Kinder 3-4 Tage, um den Verlust ihres Schnullers zu überwinden.  

Wird das Nuckeln bei Ihrem Kind zu einer Dauergewohnheit, stört dies die normale Entwicklung der Kiefer. Egal ob Daumen, Finger, Dauernuckelflaschen oder Schnuller; im Mund sind dies alles Fremdkörper, die auf Dauer zu Kieferverformungen und Zahnfehlstellungen führen. Eine Folge ist der sog. „Lutschoffene Biss". Das Bedeutet, dass die Frontzähne von Ober- und Unterkiefer beim Zusammenbeißen keinen Kontakt mehr haben und eine Lücke zwischen den oberen und unteren Frontzähnen sichtbar bleibt, da dort der Schnuller oder Daumen es verhindert hat. Die Seitenzähne von Ober- und Unterkiefer haben beim Zubeissen Kontakt, da hier kein Schnuller oder Daumen deren Wachstum beeinflusst hat. Animation sehen und verstehen!

Dies sieht nicht nur unschön aus, es hat auch weitere gesundheitliche und funktionelle Fehlentwicklungen zur Folge:

  • So kann Ihr Kind nur noch unzureichend abbeißen, da ein klaffender Spalt zwischen seinen oberen und unteren Schneidezähnen dies verhindert.
  • erhöhte Gefahr eines Frontzahntraumas, durch die nach vorne verschobenen Oberkiefer-Frontzähne
  • Durch eine falsche der Lage der Zunge schluckt Ihr Kind falsch. Die Zunge drückt die Frontzähne immer weiter auseinander, der offene Biss verstärkt sich.
  • Sprechfehler entstehen, Ihr Kind beginnt zu lispeln.
  • Ihr Kind atmet durch den Mund anstatt durch die Nase. Dadurch geht ihm die wichtige Filterfunktion der Nase verloren, die die Luft befeuchtet, anwärmt und von Erregern reinigt. Das führt dazu, dass Ihr Kind häufig erkältet ist.

Je länger Kinder nuckeln, desto ausgeprägter werden die Fehlstellungen der Zähne und die falsche Lage der Kiefer zueinander. Frühzeitiges Abgewöhnen kann zur „Selbstausheilung" bereits entstandener Veränderung beitragen. Je länger Sie jedoch zögern, Ihrem Kind seine schädlichen Lutschgewohnheiten abzugewöhnen, desto unwahrscheinlicher wird es, dass sich die Fehlentwicklungen von selbst zurück bilden. Ein lutschoffener Biss kann sich auch auf die bleibenden Zähne übertragen. Spätere umfangreiche und kostspielige kieferorthopädische Behandlungen müssen dann die Zahnfehlstellungen und die verformten Kiefern korrigieren. Dies belastet Sie genauso wie Ihr Kind.

Schnullerentwöhnung - Folgen von Schnullern und Daumen lutschenDie Lösung des Problems sind sogenannte Mundvorhofplatten. Sie erfüllen ihren Zweck als Lutschersatz und helfen so, dass Ihr Kind sich das schädliche Lutschen am Daumen oder Schnuller schneller abgewöhnt. Sie sind darüber hinaus ein kieferorthopädisches Gerät und in der Lage, bereits entstandene Fehlstellungen wieder in den Normalzustand zurück zu führen. Eine Mundvorhofplatte liegt lose und passiv im vorderen Mundraum zwischen Lippen und Zähnen. Dadurch wird verhindert, dass sich Zunge und Lippen erneut zwischen die offenen Zahnreihen legen können. Auch Daumen und Schnuller lassen sich nun nicht mehr in den Mund schieben. Die Nasenatmung wird wieder aktiviert. Durch die angespannten Lippen wird die Kraft auf die Zähne übertragen. So werden bereits entstandene Fehlstellungen der Zähne und der Zunge korrigiert. Die Lippen schließen wieder richtig und Ihr Kind kann wieder normal abbeißen.

 

Mundvorhofplatten gibt es in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Geeignet sind sie bereits für Kinder ab zwei Jahren.

 

Schöne Schnullerentwöhnungsrituale:

  • Manche Kindergärten haben einen Schnullerbaum an den man seinen Schnuller hängen kann, weil man schon groß ist und ihn nicht mehr braucht.
  • Der Papa oder die Mama oder die Großeltern können den Schnuller zum Jahreswechsel auch mit einer Silvesterrakete in den Himmel schießen.
  • Oder Ihr hängt den Schnuller mit einem Brief an einen Heliumluftballon, bittet in dem Brief den Finder des Briefes um die Schnullerentsorgung und lasst den Luftballon in den Himmel fliegen.
  • Oder Ihr tut den Schnuller zusammen mit einem Brief in dem Ihr den Finder des Schnullers um Entsorgung bittet in eine Flasche und lasst ihn als Flaschenpost wegschwimmen.
  • Die Schnullerfee kann angerufen werden und holt dann den Schnuller ab, damit es für die kleinen Babys wieder genug Schnuller gibt. Bei Kindern, die den Schnuller hergeben möchten oder auch nicht, kommt die Schnullerfee mit ihrer Schnullerfeeschere und holt sich eine Woche lang immer ein kleines Stück vom Schnuller mit. Meist belohnt die Schnullerfee das hergeben des geliebten Schnuller mit einem Geschenk.
  • Manchmal helfen auch der Osterhase oder der Weihnachtsmann oder das Christkind den Schuller abzuholen und belohnen das Kind mit einem "Extra-Geschenk".
  • Natürlich kann man bei allen Abgaberitualen seinen Schnuller verschönern, indem man ihn anmalt. Dabei nehmen die kleinen Kinderhände nochmal auf eine kreative Art Abschied vom geliebten Schnuller.
  • Zungenspiele als Alternative zum Schnuller: neue Mund- und Lippenerlebnisse den noch nuckelnden Kindergartenkindern ermöglichen. Lippen anfassen, Lippensummen, Sirenenlippen, Propellerlippen (damit Melodien sprudeln lassen), Pfeifen, Schmatzen, Küssen. Pustespiele, Luftballons aufpusten lassen, Watte-Tor-Pustespiel, 1 Nudel auf der Oberlippe balancieren lassen.
  • Alle Schnullerentwöhnungsrituale lassen sich mit einem Schnullerentwöhnungsreim (Sprechgesang) begleiten: "Ich werf' den Schnulli in den Gulli und die Windel auf den Müll, weil ich gross bin und alleine in den Kindergarten will."

(Ideen des Autors Mausini)